Lern- und Lehrkonzept – Die besondere Didaktik an der Karlshochschule

Was wäre, wenn der Seminarraum zum Play Space wird, wenn ich im Planspiel einen eigenen Freizeitpark kreiere, in meiner Gruppe mit bunten Kärtchen verrückte Marketing-Ideen entwickle, wenn ich schon im ersten Semester Menschen auf der Straße interviewe oder in Verhandlungen beobachte. Wenn ich selbst vor und hinter der Kamera stehe oder mit meinem ganzen Studiengang im "Backstage" bei BMW, Adidas oder Vitra bin …

Die Karlshochschule macht's möglich – denn das Studium ist konstruktivistisch geprägt. Hier geht man davon aus, dass sich Wissen am besten dann aufbauen und vertiefen lässt, wenn man es buchstäblich leben und erleben kann, z.B. aufgrund praxisbezogener Lernkonzepte, wie Planspiele, aktuelle Case Studies, Blended Learning, Exkursionen oder Praxisvorträge von spannenden Referenten aus Wirtschaft, Kultur oder Politik.
Die Vorlesungen vermitteln mir dabei vor allem ein Orientierungswissen, das ich durch eigene Aktivitäten selbst erweitere und ausbaue.

Die sechs Semester lassen sich in drei Ebenen unterteilen, die jeweils für einen persönlichen Entwicklungsschritt stehen:

Ganz am Anfang steht die Orientierung in einer, für die meisten Studierenden völlig neuen Umgebung – also dem noch ungewohnten Leben und Arbeiten an einer Hochschule. Dies ist die Ebene der Instruktion, auf der ich lerne, in einer fremden Umgebung souverän zu agieren, neue Rollen in mein Repertoire aufzunehmen, meine Ziele zu definieren und zu verfolgen.

Im zweiten Jahr geht es vor allem um die Anwendung (Konstruktion) des Erlernten. Hier steht der kreative und konstruktive Umgang mit dem erlernten Wissen und dem Verständnis meiner eigenen Persönlichkeit im Vordergrund. So trage ich während der Projektphasen volle Verantwortung für das Gelingen der Teamarbeit und bewähre mich in der Rolle des Machers. Während des Auslandsaufenthalts hinterfrage und konstruiere ich meine Rolle auf ungewohntem Terrain neu und gewinne an Souveränität und Offenheit hinzu. Mit meiner Rückkehr nach Deutschland erlebe ich dann einen erneuten Moment des Staunens, wenn die mir so vertraute Umgebung auf einmal wieder eine ganz neue ist und ich gerade hier merke, wie sehr mich der Aufenthalt im Ausland verändert hat.

Gegen Ende meines Studiums rückt die Reflexion in den Mittelpunkt. Hier kann ich all die Erfahrungen, das Wissen und die Fertigkeiten, die ich mir im Verlauf des Studiums angeeignet habe, ausspielen. Denn ich habe gelernt, Unsicherheiten auszuhalten, mich in fremden Kulturen sicher zu bewegen, und meine Ziele und Visionen klar zu vermitteln. Und was noch viel wichtiger ist: Ich weiß, dass ich alles infrage stellen kann und muss, denn mein Lernprozess hat jetzt – am Ende des Studiums – eigentlich erst angefangen. 

Das didaktische Konzept

Einblicke ins Studium

Tillman Wiegand

Tillman Wiegand, Künstlerischer Betriebsdirektor RuhrTriennale Festival of Arts

"An der Karlshochschule durfte ich erleben, dass das offene und kommunikative Lehrkonzept das Interesse und die Diskutierfreudigkeit der Studierenden besonders fördert. Sie setzen sich mit den Lehrinhalten und dem aktuellen Kulturmarkt kritisch auseinander und sind so für die großen Herausforderungen die auf die zukünftigen Manager von Kunst und Kultur zukommen bestens gerüstet."