Forschungsprofil

Unser akademisches Profil ist geprägt von einem pluralistisch orientierten Erkenntnisinteresse an wirtschaftlichem und unternehmerischem Handeln und Zusammenhängen in organisationalen Lebenswelten und deren sozio-kulturellen, gesellschaftlichen Einbettung. Wir gehen davon aus, dass wirtschaftliche und organisationale Realitäten durch Zuschreibung, Interpretation und Aushandeln von Sinn und Bedeutung konstruiert und inszeniert werden. Diese Sinndimensionen werden dabei von den miteinander interagierenden Handelnden sowie verschiedenen Anspruchsgruppen ko-kreativ hervorgebracht.

Die Karlshochschule International University versteht sich dabei als eine kulturwissenschaftlich geprägte Managementhochschule mit einem kritischen Anspruch, der die traditionellen ökonomistischen und "managerialistischen" Ansätze ergänzt bzw. überwindet. Deshalb begreifen wir die Managementtheorie nicht als eine Teildisziplin der Wirtschaftswissenschaften, sondern als kulturwissenschaftlich geprägtes inter- und transdisziplinäres Feld geformt u.a. aus Soziologie, Philosophie, Anthropologie, Sprachwissenschaften, Kommunikations- und Medienwissenschaften sowie Kunst. In ihrer Forschung (und Lehre) orientiert sich die Karlshochschule entsprechend an den Critical Management Studies und weiteren neuen gesellschafts- und sozialwissenschaftlichen Forschungszusammenhängen wie der "Cultural Economy" und "Mensch-Medien-Hybridität".

Dabei verfolgt sie das Ziel, den interdisziplinär profilierten "Cultural Turn" für die Wirtschaftswissenschaften und Organisations- bzw. Managementforschung fruchtbar zu machen. In Anlehnung an Bachmann-Medick (2010) gehen wir davon aus, dass der "Cultural Turn" heute im Plural zu konzipieren ist. Nach der generellen Orientierung der Geistes- und Sozialwissenschaften auf kulturbezogene Fragestellungen (dem "Cultural Turn" im Singular) stellen die "Cultural Turns" gegenwärtige Wenden bzw. Neuorientierungen quer durch die Kulturwissenschaften und darüber hinaus dar.

Aufbauend auf der genannten kulturwissenschaftlichen Orientierung gewinnen, konsequenterweise neben quantitativen Forschungsansätzen, qualitative Forschungsmethoden einen besonderen Stellenwert. Methodologisch verfolgt die Karlshochschule insbesondere einen interpretativ-kritischen und integrativen Ansatz in Bezug auf die Wirtschafts- und Organisations- bzw. Managementwissenschaften sowie die Managementpraxis. Dieser erlaubt auch mehrdeutige und emergente Phänomene, Prozesse sowie Sinndimensionen systematisch und kritisch zu berücksichtigen.