Profil der Fakultät "Betriebswirtschaft & Management"

Wie eine zeitgemäße Fakultät für Betriebswirtschaft & Management für mich aussieht? Natürlich berücksichtigt sie die Inhalte und Methoden der "klassischen" Betriebswirtschaft, wie z.B. die Rationalitätsprinzipien oder marktwirtschaftliche Konzeptbildung. Im Kern hinterfragt sie die gegebenen Konzepte aber kritisch und nimmt eine kulturalistisch und gesellschaftstheoretisch geprägte Perspektive auf Wirtschaft und Management ein. Ich stelle mir vor, an dieser Fakultät wird unternehmerisches Handeln anders verstanden – eingebettet in einen soziokulturellen Kontext und eingebunden in ein ethisch fundiertes, diskursives Denken und Tun. Diese Einstellung spiegelt sich auch in den Forschungsthemen der Fakultät wider.

Vielfalt und Interkulturalität

Ich glaube, dass die Vielfältigkeit der modernen Gesellschaft eine große Herausforderung für die Zukunft in sich birgt. Dabei denke ich vor allem an den Umgang mit interkulturellen Erfahrungen und die sich rasch verändernden Demografien. Ich wünsche mir daher, dass es noch mehr Wissenschaftler wie an der Karlshochschule gibt, die genau dieses Gebiet erforschen und dabei untersuchen, wie soziale Gruppen in Organisationen wahrgenommen und mit welchen kommunikativen Mitteln sie konstruiert und weiter entwickelt werden. Das Interesse der Wissenschaftler, die im Themenfeld Vielfalt/Interkulturalität arbeiten, richtet sich dabei insbesondere auf die Frage, wie der traditionelle Diversity-Ansatz überwunden werden kann, dessen Prämissen, wie z. B. das Prinzip der kulturellen Kohärenz, zum Teil längst überholt sind. 

Partnerschaften

Interaktion und kommunikatives Handeln

Für mich ist Wirtschaft auch immer menschliches Handeln in einem sozialen Rahmen. Deshalb wünsche ich mir eine Hochschule, die untersucht, wie soziale Wirklichkeiten in Unternehmen kommunikativ hergestellt werden. Ich stelle mir vor, dass die hierbei entstehenden Prozesse sowohl in ihrer konkreten Gestalt als auch in ihrer systematischen Beschaffenheit betrachtet werden. Die interessantesten Fragen sind dabei für mich, wie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auftreten, welche Sprache sie verwenden, wie sie ihre kommunikativen Aktivitäten gestalten und welche organisationalen Prozesse und Veränderungen durch das Sprechen repräsentiert werden. 

Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Transformation

Ich bin davon überzeugt, dass unternehmerisches Handeln einen entscheidenden Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung leisten kann. Dabei ist ein solches Handeln nicht auf Unternehmen beschränkt, unternehmerisch Handeln können wir alle.

Ich stelle mir Unternehmertum als gesellschaftliche Verhaltensweise im Umgang mit riskanten Situationen vor. Und wir befinden uns in einer riskanten Gesellschaft, mit enger werdenden ökologischen Handlungsräumen und steigenden sozialen Problemen. An einer Hochschule, die Management neu denken will, wird dabei der Frage der Transformation von Gesellschaft in Richtung Nachhaltigkeit durch unternehmerisches Handeln in Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft nachgegangen.