Als höhere Bildungseinrichtung ist die Karlshochschule feministisch ausgerichtet. Das bedeutet, dass es wesentlicher Teil der Mission der Karlshochschule ist, das Verständnis der Bevölkerung in Bezug auf die verschiedenen Dimensionen von Gender, Vielfalt und Inklusion aller Menschen zu vertiefen, unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion, Herkunft oder Nationalität, oder physischer und psychischer Charakteristika.

An der Karlshochschule möchten wir theoretische und praktische Konzepte vermitteln, die dazu beitragen, Gleichheit und soziale Gerechtigkeit in unsere Hochschule, unsere Gemeinschaft sowie in die persönlichen, beruflichen und auch studentischen Bereiche der Bürger zu bringen – sowie einen offenen Raum zu schaffen für eine lebendige Debatte zu diesen Konzepten.

Um diese Ziele zu verfolgen, stehen mindestens die folgenden Dimensionen feministischer Themen auf unserer Agenda:

Globale Nachhaltigkeitsziele

Unsere feministische Lehre hat auf mindestens neun der 17 UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung direkte Auswirkungen: Armutsbekämpfung, Gesundheit und Wohlbefinden, Gleichstellung der Geschlechter, Arbeit und wirtschaftliche Entwicklung, Industrie und Innovation, geminderte Ungleichheit, nachhaltige Städte und Gemeinden, verantwortungsbewusster Konsum und Produktion, sowie Frieden, Gerechtigkeit und gestärkte Institutionen. In der Lehre machen wir deutlich, wie diese Themen mit Feminismus verbunden sind.

Lehre und Forschung

In Forschung und Lehre sowie in unserer Interaktion in der Lehre wird Feminismus anhand von konstruktivistischen, kritischen und nicht-essentialistischen Methoden gelehrt, während die neuesten theoretischen Modelle und Konzepte sowie empirischen Erkenntnisse verwendet und weiterentwickelt werden. Während wir in Lehre und Forschung den Fokus auf die aktuellsten Ansätze in diesem Gebiet legen, erkennen wir auch die Historizität und die kontextbezogenen Spezialisierungen dieser Themen an. Dies umfasst auch den intersektionalen, postkolonialistischen und nicht-binären Charakter, und den früheren liberalen und radikalen feministischen Ansätzen.

Dementsprechend werden Student*Innen aufgefordert, Forschungsprojekte zu Gender, Diversität und Inklusion kritisch und innovativ durchzuführen ohne auf vorgefertigte Lösungen zurückzugreifen, die Dominanz widerspiegeln, welche typischerweise zerstörerische und nicht nachhaltige Machtverhältnisse reproduzieren und in Kraft setzen.

Partizipation, Stimme und Empowerment

Wir möchten unsere Student*Innen dazu befähigen und ermutigen sich zu beteiligen, ihre eigene Stimme zu entdecken und diese selbstbewusst einzusetzen, um sich selbst auszudrücken. Zudem möchten wir es ihnen ermöglichen über ihre Lebens- und Karriereziele selbständig zu entscheiden, sowie die bestehenden, gesellschaftlichen Machtstrukturen auch an Universitäten und an Arbeitsplätzen in den Medien, der Kultur und in der Politik zu hinterfragen.

Darüber hinaus ermutigen wir die Studierenden zu Vorbildern ihrer Gemeinschaft und beim Eintritt in ihr Berufsleben zu werden, indem sie Inklusion in ihr gesamtes Verhalten integrieren. Dies beginnt damit, im Seminarraum, in Besprechungen, und darüber hinaus ALLEN eine Stimme zu geben, sie zu hören und zu respektieren. Gleichzeitig hängt es mit der Entscheidung darüber zusammen, wie andere Menschen dargestellt und wie über diese gesprochen wird.

Die oben beschriebenen Lehransätze werden durch adäquate Unterstützungssysteme, Netzwerke und Veranstaltungen an der Hochschule ergänzt. Alle Dimensionen sollen zur Inklusion an der Hochschule und in der Gemeinschaft beitragen. Wir möchten alle in unserem Einflussbereich dazu auffordern, ihre Ansichten und Verhaltensweisen auf Dauer zu hinterfragen und zu reflektieren und mit gutem Beispiel voranzugehen.

Um die Teilnahme wirklich zu ermöglichen, stellen wir Informationen über Möglichkeiten und Instrumente zur Bekämpfung von Missbrauch und Gewalt, Diskriminierung und Unterdrückung im Studium, sowie im persönlichen und beruflichen Bereich zur Verfügung. Unser ausdrückliches Ziel ist es, allen ein sicheres und wertschätzendes Arbeits- und Lernumfeld zu bieten. Dazu gehören ausreichende und vertrauensbildende Mechanismen, um auf Verstöße gegen den persönlichen Freiraum und die Integrität von Student*Innen oder Mitarbeiter*Innen zu reagieren. Darüber hinaus lehren wir das Verständnis und die Bekämpfung destruktiver Verhaltensweisen, sowie sich selbst und andere zu stärken. Außerdem schulen wir unsere Mitarbeiter*Innen und Student*Innen darin, ihre eigenen mikroaggressiven Muster und Praktiken zu erkennen und zu überwinden.

Aktionen

Mit konkreten Maßnahmen sollen inklusive Denkweisen auf verschiedene Bereiche der Aktivitäten der Karlshochschule ausgedehnt werden, einschließlich, aber nicht beschränkt auf die folgenden Bereiche:

  • Feministische Module werden in die Gestaltung von Studienprogrammen aufgenommen
  • In allen Lehrplänen spiegeln die vorhandenen Module die oben beschriebenen Themen, Prinzipien und/oder Ansätze wieder
  • Schulung der Karls-Mitarbeiter*Innen und -Student*Innen, um alle Verhaltensweisen in und außerhalb des Unterrichts inklusiv zu gestalten. Dazu gehören: Hören, Respektieren und Einbeziehen jeder Einzelnen in Interaktionssituationen; Sicherstellen, dass Unterrichts- und Kommunikationsmaterialen in Sprache und Bildsprache inklusiv sind, Nulltoleranz gegenüber Hassreden, erhöhte Sensibilität gegenüber sexistischem, rassistischem, homophobem, antisemitischem usw. Sprachgebrauch.
  • Implementierung eines gender-neutralen Sprachgebrauchs in allen (neu)geschriebenen Dokumenten und Webseiten ab sofort[1]
  • Veranstaltungen zum Austausch und zur Information der Karls und der lokalen Gemeinschaft zu verschiedenen Themen im Zusammenhang mit Gender, Diversität und Inklusion
  • Studentische Empowerment Initiative
  • Kontaktaufnahme und Kooperation mit der lokalen Gemeinschaft von Medien, Frauen und LGTB +, sowie bundesweiten Diversitäts-Initiativen
  • Wir möchten uns als Expertinnen (sogar Meinungsführer) innerhalb der Gemeinschaft positionieren
  • Gastreferentinnen in der Lehre zu verschiedenen Diversity-Themen
  • Vertrauliche Betreuung einzelner Student*nnen zu allen Themen bezüglich persönlicher und studentischer Herausforderungen, Lernschwierigkeiten, Gender, Diversity und Inklusion

 

 

[1] Auf Englisch: Zu Beginn einer Texteinheit werden alle drei Formen genutzt: „she or he or they“, „her or his or their“. Im Verlauf des Textes werden alle drei Formen abwechselnd genutzt, dabei soll die maskulinen formen in weniger als 1/3 der Fälle genutzt werden.

Auf Deutsch: Zu Beginn einer Texhteinheit benutzen wir das Gendersternchen zusammen mit dem Binnen-I: „Student*Innen“. Im Verlauf des Textes werden weibliche und männliche Formen abwechselnd genutzt, dabei soll die männliche Form in weniger als 1/3 der Fälle genutzt werden.In German: In the beginning of a text unit we use an asterisk and a capital I: “Student*Innen”. Later in the text body the masculine and feminine forms alternate, with the masculine form used in less than half of the cases. For gendered profession titles in-text, we prefer to use the feminine form Professorin